Oberahmer PeldemühöeDie Oberahmer Peldemühle, erbaut 1764, steht außerhalb Neustadtgödens auf dem Oberahm, ursprünglich zum Jeverland gehörig. 1680 gelangten diese 300 ha besten Bodens durch Heirat an die Herrlichkeit Gödens

1744 fielen die Grafschaft Ostfriesland und somit auch die Herrlichkeit Gödens an das Königreich Preußen. Trotz der bleibenden Rechte des Gödenser Herrscherhauses galt der Oberahm als „ausländisch“, dokumentiert durch einen an der Grenze aufgestellten Rollbaum (Schlagbaum). Ein kleiner Weg, „Pörtnersweg“, weist noch heute auf diese Stelle hin. In Ostfriesland galt weiterhin die 1611 im „Osterhusischen Akkord“ durch Cirksensa garantierte freie Mühlenfahrt. Ausnahmen waren die Herrlichkeiten. So herrschte auch in der Herrlichkeit Gödens Mühlenzwang. Die Neustädter durften Ihr Korn lediglich zur Neustädter Roggenmühle bringen. Für die übrige Herrlichkeit war die Dykhauser Mühle vorgeschrieben. Diese Ausnahmeregelung bewirkte, dass zwar die Bewohner der königlichen Ämter und Flecken in den Herrlichkeiten mahlen lassen durften, die Mühlenfahrt in entgegengesetzter Richtung jedoch untersagt war. Die Mühlenabgaben fielen in diesen Fällen nicht an Preußen, sondern an die jeweiligen Herrlichkeiten. So kam es 1754 zum sogenannten „Mahledikt“. Die Mühlenfahrt in die Herrlichkeiten und die Stadt Emden wurde bei Strafe verboten.

1764 erhält der Kaufmann Joachim Wienrancke durch das Haus Gödens die Genehmigung mit dem Bau eines zweistöckigen Galerieholländers zu beginnen.
Als Ausländischer konnte er nun alle Mahlaufträge bearbeiten und sogar die strikten Handelsbeschränkungen Preußens umgehen. Er kaufte als Gödenser Untertan Getreide in Ostfriesland und verkaufte das Mahlgut als Jeverländischer nach Bremen und ins Münsterland. Die Mühle, der eine Landwirtschaft und eine Bäckerei angegliedert waren, blieb bis 1966 in Betrieb und wurde dann aufgegeben. 2003 wurde der Förderverein Neustadtgödenser Mühlen gegründet, der die Mühle mit einem Kostenaufwand von ca. 400.000 € grundlegend saniert hat. Neben einer Getreidereinigung, bestehend aus Windfege und Trieur, und einem Körnerelevator, besitzt die Mühle zwei Mahlgänge und einen Peldegang.

Seit 2015 ist die Oberahmer Peldemühle nicht nur wieder voll funktionsfähig, sondern regelmäßig in Betrieb. Für verschiedene Landwirtschaften in der Umgebung wird Futterschrot produziert. Beim „Pellen“ wird die sehr harte, unverdauliche Spelze zwischen Peldestein und einem darum angebrachten Riffelblech vom Gerstenkorn geschält. Die dadurch entstehenden Graupen können ganzjährig zu den Öffnungszeiten der Oberahmer Peldemühle erworben werden.

Kontakt und Anfahrt
Sanderahmer Straße 34, 26452 Neustadtgödens
Öffnungszeiten: sonntags 11-13 Uhr
und nach Vereinbarung

Förderverein Neustadtgödenser Mühlen
Hauptstraße 79
26452 Sande
1. Vorsitzende Ulrike Schlieper
Tel.: 04422 / 9992460
Ulrike.schlieper@t-online.de

Freiwillige Müller

Dietmar Weiß
Tel.: 04422 / 4833
Oberahmer-peldemuehle@kabelmail.de

Wolfgang Kasper
Tel.: 04422 / 1730
Wolfgang.kasper@ewetel.net